AUF BRAUTSCHAU (WIENER MUNDART)
A Wiener um de 50 Jahr, will an Aufriss mach`n
und geht d`rauf auf de Kärntnerstrass`n.
Er geht rauf und er geht runter,
ka schönes Mader`l kommt ihm unter.
So geht er daun zum Stephansplatz,
nag`st Tax`l do kummt ihm entgeg`n, a schöne Katz.
"Gnä Frau", derf ich Sie was fragen?
Na, aber dafür kennen`s mir meine Koffer tragen!
Ei, ei, is der aber schwer,
Gnädigste, von wo kummen`s denn jetzt her?
Vom Land nach Wien bin i jetzt g`fahrn,
und möcht arbeit`n in Wien und mir a Geld erspar`n!
Des trifft sich gut, i suach a Frau,
mit der i leb`n und schnack`se kaun,
in meiner Wohnung im Gemeindebau.
Was Opa, i will a Geld auf de Schnelle mach`n,
und schnelle Auto fahr`n und solche Sach`n.
Drauf kriagt da Wiener einen Grand
und stellt den Koffer nieda,
und sagt drauf, trog dan selba wieda.
Dieses Mal hat der Wiener Pech gehabt,
das nächste Mal, er es gescheiter macht!
copy: Ramharter Franz 2004
DER WIND UND DAS OZON
In Wien, da weht ein eigener Wind,
der kummt net laungsaum und net g`schwind.
Der säuselt so durch die Gass`n,
um`s Eck, schleicht er sich daun auf die Strass`n.
Bis Viere zum Beserlpark, da wiard a daun gaunz leise
und wispelt durch das Blätterdach der Baumkronen,
eine ganz himmlische Weise.
Als laues Lüfterl, er durch den Park nun zieht,
und von den Menschen als angenehm empfunden wiard.
"Die Ozonbelastung" ist doch bekannt,
das hat bei uns in Wien, der Wind schon längst erkannt!
Je nach Verkehrsbelastung und dergleichen mehr,
je nach Stärke von Ozon und dem Verkehr,
vom Kahlenberg runter, schaut der Wind auf Wien,
er sieht genau jetzt ist es Zeit, da muss ich hin.
Der Wind bläst seine Backen auf
und bläst durch Wien in Saus und Braus.
Ist in Wien die Luft dann wieder sauber und rein,
darauf schaltet der Wind, auf Erhaltungslüfterl wieder ein.
Sie glaub`n es nicht, kann ich versteh`n,
kommen`s nach Wien, Sie werde s seh`n!
copy: Franz Ramharter 20024
A WIENER SINIERT ÜBER DAS STERBEN (Wiener Mundart)
A`Abschied, des is schwer,
aba bei meina Seel, a`ka Malheur.
Mit an Strich auf ana List´n,
kriagst a Numma und eine in de Kist`n.
Bei uns in Wean,
da rennen de Uhr´n a bissal aunders, wollt`sas hörn?
Waun da Weana beim viert`b Glas`l Wein am Heurigenbankerl sitzt
und sein Arm dem Nachbar um die Schulter schlingt,
und er d`rauf a Weanerliadl singt.......
"Es wird a Wein sein und wir wer`n nimma sein.
Es wiard schöne Madl`n geb`n, und wir wern`s nimma leb`n!"
Da klingt de Angst, a wengel mit,
aba waun ma weida denkt,
is gar nimma so schlimm.
Denn so wia de Liab, a "Französin" muss g`wesen sei,
so muass da Tod a Weaner g`wese sei,
weil er bringt alle vor de Himmelstür,
denn als Weaner, hat er das richtige G`spür dafür.
Darum Leu`nehmt`s des Gschicht´L gaunz ei`fach locka,
unf fallt`s ma net glei vom Hockal!
copy: Franz Ramharter, Wien